
Am 24. März 2025 berichtete das südkoreanische Nachrichtenportal Chosun Ilbo, dass die Unterhaltungsagentur ADOR Personal nach Hongkong entsandt habe, um NewJeans auf der bevorstehenden ComplexCon zu unterstützen. Später stellte sich jedoch heraus, dass ADOR nichts von der Ankündigung der bevorstehenden Unterbrechung der Gruppe wusste. Die Agentur stellte ihre Rolle als offizieller Vertreter von NewJeans klar und versicherte den Veranstaltern, dass die Gruppe unter der Zuständigkeit von ADOR operiere. Trotzdem hatten die Mitarbeiter vor Ort Berichten zufolge keine Gelegenheit, die Mitglieder von NewJeans zu treffen.
Die Situation eskalierte, als die Gruppe, die sich NJZ nannte, trotz eines Gerichtsurteils vom 21. März, das die einstweilige Verfügung von ADOR bestätigte und ihr unabhängige Aktivitäten ohne vorherige Zustimmung der Agentur untersagte, auf der ComplexCon auftrat. Angesichts dieser Entwicklungen veröffentlichte ADOR eine offizielle Erklärung, in der es sein Bedauern äußerte:
Wir bedauern sehr, dass sie trotz der Gerichtsentscheidung den Auftritt unter einem anderen Namen als NewJeans fortgeführt und einseitig ihre Aktivitäten eingestellt haben. Wir werden uns im Rahmen unseres gültigen Exklusivvertrags bestmöglich für NewJeans einsetzen. Wir hoffen, den Künstler baldmöglichst zu treffen, um die weitere Entwicklung zu besprechen.
Während des Auftritts verwendete die Gruppe zwar nicht den Namen „NewJeans“, präsentierte aber prominent „NJZ“ auf ihren Kulissen und Merchandise-Artikeln. Sie präsentierten einen neuen Song mit dem Titel „Pit Stop“, bevor sie verkündeten, dass dies ihr letzter Auftritt auf unbestimmte Zeit sein würde. Die Mitglieder wandten sich an das Publikum und erklärten ihre schwierige Entscheidung, ihre Aktivitäten zu unterbrechen. Als wichtigen Faktor nannten sie die Entscheidung des Gerichts:
Heute ist wahrscheinlich vorerst unsere letzte Etappe. Wir haben beschlossen, die Entscheidung des Gerichts zu respektieren und unsere Aktivitäten vorerst einzustellen. Es ist keine leichte Entscheidung, aber sie ist gerade jetzt absolut notwendig. Es geht darum, uns selbst zu schützen. Nur dann können wir gestärkt zurückkommen. Vielen Dank für all die Liebe und Unterstützung. Wir werden weiter voranschreiten.
Verständnis des Rechtsstreits zwischen ADOR und NJZ
Der anhaltende Rechtsstreit zwischen NJZ und ihrer Agentur ADOR begann im November 2024, als die Gruppe versuchte, ihre Exklusivverträge zu kündigen. ADOR bestritt diesen Versuch mit der Begründung, die Verträge seien weiterhin gültig. Nach Einreichung einer einstweiligen Verfügung im Januar 2025 entschied das Bezirksgericht Seoul im März zugunsten von ADOR und verbot NewJeans damit faktisch unabhängige Aktivitäten.
In einem offenen Interview mit dem TIME Magazine drückten Mitglieder von NewJeans ihre Unzufriedenheit mit dem Gerichtsurteil aus und äußerten ihre Bedenken hinsichtlich der ihnen auferlegten Einschränkungen:
Verglichen mit allem, was wir bisher erlebt haben, ist dies nur ein weiterer Schritt auf unserem Weg. Vielleicht ist das einfach die aktuelle Realität in Korea. Aber genau deshalb glauben wir, dass Veränderung und Wachstum notwendig sind. Es fühlt sich fast so an, als wolle Korea uns zu Revolutionären machen.
Rechtsexperten weisen darauf hin, dass die Aktivitäten der Gruppe auf der ComplexCon, einschließlich ihres Auftritts und Merchandisings unter dem Namen NJZ, den Ausgang ihres Gerichtsverfahrens beeinflussen könnten. Es besteht die Befürchtung, dass ein Verstoß gegen die einstweilige Verfügung weitere rechtliche Konsequenzen, darunter auch Geldstrafen, nach sich ziehen könnte.
ADOR bekräftigte daraufhin seine Position und drückte sein Bedauern über die Ereignisse aus. Das Unternehmen ist weiterhin offen für Gespräche mit den Mitgliedern über deren Zukunft. Die erste Gerichtsverhandlung zu diesem Vertragsstreit ist für den 3. April 2025 angesetzt.
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