So richten Sie das Windows-Subsystem für Linux unter Windows 11 ein
Die Einrichtung von WSL kann anfangs etwas verwirrend sein, besonders wenn man eine Linux-Umgebung unter Windows ohne den zusätzlichen Aufwand virtueller Maschinen nutzen möchte. Es ist schon etwas ungewöhnlich, dass Windows Linux jetzt so viel besser integriert als nur in einer virtuellen Maschine – eher wie eine native Anwendung – ausführen lässt. Die Fehlersuche ist allerdings nicht immer einfach. Vielleicht erscheint die Meldung „wsl.localhost ist nicht erreichbar“ oder der Zugriff auf das Linux-Dateisystem über den Windows Explorer funktioniert nicht richtig. Das ist frustrierend, aber oft liegt es an Windows-Netzwerkkonfigurationen oder Registry-Änderungen, die nicht sofort ersichtlich sind. Glücklicherweise lassen sich diese Probleme mit wenigen Befehlen und Registry-Änderungen beheben. Man sollte aber nicht einfach so in der Registry herumstöbern, wenn man sich damit nicht auskennt, denn Windows macht es einem natürlich unnötig schwer.
So beheben Sie den Fehler „wsl.localhost ist nicht erreichbar“
Beste Lösung: Änderungen an der Registrierung, um eine ordnungsgemäße Kommunikation zu ermöglichen
Dieser Fehler tritt üblicherweise beim ersten Zugriff auf das Linux-Dateisystem über den Datei-Explorer auf. Windows behandelt dies wie eine Verbindung zu einem Netzwerkgerät, doch manchmal wird diese virtuelle Verbindung blockiert oder falsch konfiguriert. Die übliche Lösung besteht darin, die Registrierung zu bearbeiten, um Windows mitzuteilen, dass die Linux-Umgebung eine gültige Netzwerkressource ist. Dadurch kann Windows ordnungsgemäß mit der Netzwerkschnittstelle von WSL kommunizieren. Im Prinzip sagen Sie Ihrem System: „Alles in Ordnung – ich möchte auf Linux-Dateien wie auf eine Netzwerkfreigabe zugreifen.“
Hinweis: Bei manchen Systemen funktioniert diese Lösung nicht sofort und erfordert einen Neustart oder sogar einen kompletten Systemreboot. Bei anderen klappt es gleich beim ersten Versuch. Natürlich kann das Bearbeiten der Registry Probleme verursachen, wenn man nicht vorsichtig ist. Erstellen Sie daher immer zuerst eine Sicherungskopie Ihrer Registry. So geht’s:
- Öffnen Sie den Registrierungseditor. Dies können Sie tun, indem Sie die Eingabetaste drücken Windows + R, den Befehl eingeben
regeditund die Eingabetaste erneut drücken Enter. - Navigieren Sie zu HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\NetworkProvider\HwOrder. Dies können Sie manuell tun oder in die Adressleiste des Registrierungs-Editors einfügen.
- Doppelklicken Sie auf PROVIDERORDER. Es wird eine Zeichenkette mit Anbietern angezeigt; sie könnte etwa so aussehen
MicrosoftPP2, AnotherProvider:. - Fügen Sie am Anfang der Liste „P9NP“ (ohne Leerzeichen, nur der Text) durch ein Komma getrennt ein.Ändern Sie beispielsweise „ P9NP“
MicrosoftPP2, AnotherProviderin „ P9NPP9NP, MicrosoftPP2, AnotherProvider“.Klicken Sie anschließend auf OK. - Navigieren Sie zu HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\NetworkProvider\ProviderOrder.
- Wiederholen Sie das Gleiche: Doppelklicken Sie auf PROVIDERORDER und fügen Sie P9NP am Anfang der Zeichenkette, getrennt durch ein Komma, hinzu.
- Schließen Sie den Registrierungseditor und starten Sie Windows neu. Sobald Windows neu gestartet ist, öffnen Sie den Datei-Explorer, gehen Sie zu „ Dieser PC“ und prüfen Sie, ob Sie unter „Linux“ (oder manchmal unter „WSL“) auf die Linux-Dateien zugreifen können.
Meiner Erfahrung nach ermöglicht diese Anpassung den Zugriff auf das Linux-Dateisystem unter Windows, ohne dass dabei Fehlermeldungen auftreten. Manchmal genügt ein einfacher Neustart von Windows nach der Änderung, in anderen Fällen ist ein vollständiger Neustart ratsam. Denn Windows macht bekanntlich gerne einfache Dinge unnötig kompliziert.
Weitere Tipps zur Fehlerbehebung, falls es weiterhin fehlschlägt
Option 1: Starten Sie den WSL-Dienst neu.
Wenn die Änderungen an der Registrierung nicht helfen, starten Sie den WSL-Dienst neu – quasi einen Neustart.Öffnen Sie PowerShell als Administrator und führen Sie folgenden Befehl aus:
Restart-Service LxssManager
Dies könnte dazu beitragen, verbleibende Netzwerkprobleme zu beheben, die den Zugriff blockieren.
Option 2: Linux-Distribution zurücksetzen
Falls Ihre Linux-Distribution ungewöhnlich reagiert oder beschädigt ist, sollten Sie sie zurücksetzen. Gehen Sie in den Windows-Einstellungen zu „ Apps & Features“, suchen Sie Ihre Linux-Distribution (z. B.Ubuntu), klicken Sie darauf, wählen Sie „Erweiterte Optionen“ und anschließend „Zurücksetzen“. Beachten Sie, dass dadurch Dateien in der Distribution gelöscht werden können. Sichern Sie Ihre Daten daher gegebenenfalls.
Option 3: WSL-Version und Netzwerkeinstellungen bestätigen
Stellen Sie sicher, dass WSL korrekt konfiguriert ist.Überprüfen Sie Ihre Version, indem Sie Folgendes in PowerShell eingeben:
wsl -l -v
Stellen Sie nach Möglichkeit sicher, dass Ihre Distribution unter WSL 2 läuft, da dieses System die Netzwerkverwaltung robuster handhabt. Um WSL 2 als Standard festzulegen, verwenden Sie:
wsl --set-default-version 2
Sollte das nicht helfen, wechseln Sie testweise zurück zu WSL 1, um zu prüfen, ob es sich um ein Kompatibilitätsproblem mit Ihrer Konfiguration handelt.
Es gibt da so eine Art seltsames Zusammenspiel zwischen Windows, WSL und dem Netzwerk, aber mit diesen kleinen Anpassungen funktioniert die Verbindung meistens wieder. Es ist zwar lästig, aber wenigstens lässt es sich beheben, ohne alles komplett neu installieren zu müssen.
Zusammenfassung
- Änderungen an der Registry für die Reihenfolge der Netzwerkanbieter sind oft der Schlüssel zur Behebung des Fehlers „Nicht erreichbar“.
- Starten Sie WSL oder Windows nach den Änderungen neu.
- Sollten alle anderen Versuche fehlschlagen, überprüfen Sie die WSL-Version und die Netzwerkeinstellungen.
- Erstellen Sie immer eine Sicherungskopie der Registry, bevor Sie Änderungen vornehmen.
Zusammenfassung
Ehrlich gesagt, die Einrichtung von WSL und die Behebung dieser Verbindungsprobleme können mühsam sein – keine Frage. Aber sobald es funktioniert, erhält man eine vollwertige Linux-Umgebung, die in Windows integriert ist, ganz ohne virtuelle Maschinen. Dadurch wird der Zugriff auf Dateien systemübergreifend und die Ausführung von Linux-spezifischen Tools direkt unter Windows zum Kinderspiel. Hoffentlich hilft Ihnen dieser Tipp, die anfänglichen Hürden zu überwinden. Hoffentlich erspart er Ihnen ein paar Stunden des Ausprobierens, denn ja, Änderungen an der Windows-Registrierung machen zwar keinen Spaß, sind aber manchmal notwendig.
Ähnliche Artikel
War dieser Artikel hilfreich?