So übertragen Sie Windows auf eine andere Festplatte



Windows auf ein anderes Laufwerk zu verschieben, ist etwas umständlich und erscheint unnötig, bis man es tatsächlich tun muss, beispielsweise beim Upgrade auf eine schnellere SSD oder beim Hinzufügen von mehr Speicherplatz. Es ist eine dieser Aufgaben, die kompliziert klingen, aber mit der richtigen Vorgehensweise gar nicht so schwer sind. Nur zur Warnung: Es kann etwas kompliziert werden, wenn man sich nicht richtig vorbereitet, insbesondere wenn man Hardware oder Laufwerksgrößen ändert. Ziel ist es, alles zu erhalten, ohne Windows komplett neu installieren zu müssen, was viel Zeit spart. Diese Anleitung beschreibt die zwei wichtigsten Methoden: die Verwendung der in Windows integrierten Tools, wenn das neue Laufwerk größer oder gleich groß ist, oder die Verwendung von Klonsoftware eines Drittanbieters, wenn es kleiner ist. Rechnen Sie mit einem etwas technischen Prozess, aber mit Geduld ist er auch für jemanden machbar, der kein Technikexperte ist.

So verschieben Sie Windows mithilfe integrierter Tools, wenn das neue Laufwerk gleich groß oder größer ist

Erstellen eines Systemabbilds zum Klonen von Windows

Dies ist der einfachste Weg, wenn die neue Festplatte mindestens so viel Speicherplatz wie Ihre aktuelle hat. Windows bietet ein recht gutes integriertes Tool (Sichern und Wiederherstellen in der Systemsteuerung), mit dem Sie eine vollständige Sicherung Ihres aktuellen Systems erstellen können – ähnlich einer Datensicherung. Diese Sicherung verwenden Sie dann, um Ihr Betriebssystem auf der neuen Festplatte neu zu installieren. Aber Achtung: Ist Ihre neue Festplatte kleiner, treten wahrscheinlich Fehler auf, da Windows die Wiederherstellung eines größeren Images auf einer kleineren Festplatte nicht zulässt. Versuchen Sie diese Methode daher nur, wenn Ihre neue SSD oder HDD die gleiche oder eine größere Kapazität hat.

  • Öffnen Sie die Systemsteuerung und wählen Sie „Sichern und Wiederherstellen“ (Windows 7). Keine Ahnung, warum es so heißt, aber es gibt es schon ewig.
  • Klicken Sie in der Seitenleiste auf „Systemabbild erstellen“. Windows sucht dann nach verfügbaren Datenträgern – am besten verwenden Sie ein externes Laufwerk (USB-Festplatte, NAS usw.), damit sich Ihre Sicherung nicht direkt neben dem defekten Laufwerk befindet.
  • Wählen Sie Ihr Sicherungsziel. Die Verwendung einer externen Festplatte oder einer Netzwerkfreigabe ist sicherer. Bestätigen Sie Ihre Auswahl und klicken Sie auf Weiter.
  • Wählen Sie die Laufwerke/Partitionen aus, die Sie sichern möchten. Windows sichert die benötigten Partitionen normalerweise automatisch. Bestätigen Sie Ihre Auswahl und klicken Sie auf „Sicherung starten“. Die Sicherung kann je nach Datenmenge etwa 30 bis 60 Minuten dauern.
  • Windows fragt Sie, ob Sie eine Systemreparaturdiskette erstellen möchten, was durchaus sinnvoll ist. Sie kann später bei Startproblemen helfen, falls etwas schiefgeht – erstellen Sie also unbedingt eine, wenn Sie eine leere DVD oder einen USB-Stick zur Hand haben.

Systemabbild auf dem neuen Laufwerk wiederherstellen

Nachdem Sie das Image erstellt und Ihr neues Laufwerk installiert haben, können Sie Windows tatsächlich übertragen. Dazu starten Sie den Computer im Windows-Wiederherstellungsmodus mit Ihrem Installationsmedium (USB-Stick oder DVD).Falls Sie noch kein Windows-Installationsmedium besitzen, können Sie mit dem Media Creation Tool von der Microsoft-Website eines erstellen – dieser Schritt ist unerlässlich.

  1. Legen Sie Ihr Windows-Installationsmedium ein und starten Sie den Computer davon. Möglicherweise müssen Sie BIOS-Einstellungen anpassen oder während des Startvorgangs eine bestimmte Taste im Bootmenü (z. B.F12oder Esc) drücken.
  2. Wählen Sie „Computer reparieren“ anstatt Windows zu installieren.
  3. Navigieren Sie zu „Erweiterte Optionen“ > „Systemabbildwiederherstellung“. Ihr Festplattenkonstellation sollte automatisch erkannt werden. Falls nicht, wählen Sie das zuvor gespeicherte Abbild manuell aus.
  4. Folgen Sie den Anweisungen – bestätigen Sie die Partitionsauswahl und klicken Sie dann auf „Fertigstellen“. Bei manchen Systemen kann dies einige Zeit dauern.
  5. Nach Abschluss der Installation starten Sie den Computer neu und rufen Sie das BIOS/UEFI auf. Legen Sie das neue Laufwerk als primäres Startgerät fest, speichern Sie die Änderungen und starten Sie den Computer erneut. Falls Windows nicht sofort startet, überprüfen Sie die Startreihenfolge.
  6. Dadurch erhalten Sie eine funktionierende Kopie Ihres alten Systems auf Ihrer neuen Festplatte. Falls nach dem Klonen noch nicht zugewiesener Speicherplatz vorhanden ist, können Sie über die Datenträgerverwaltung (Rechtsklick auf das Startmenü, dann Datenträgerverwaltung auswählen ) eine neue Partition erstellen.

So klonen Sie Windows, wenn Ihre neue Festplatte kleiner ist

Hier kommen Drittanbieter-Klonprogramme ins Spiel, da die Windows-Systemabbildmethode Probleme bereitet, wenn die neue Festplatte nicht groß genug ist. Eine gute kostenlose Option ist AOMEI Backupper Standard. Damit lässt sich das gesamte System auf eine kleinere Festplatte klonen – man muss nur bei den Optionen etwas vorsichtig sein.

  1. Laden Sie Ihre Klonsoftware herunter und installieren Sie sie – probieren Sie nicht erst eine Testversion aus; die kostenlose Version genügt.
  2. Starten Sie das Tool und wählen Sie in der Seitenleiste „Klonen“ und anschließend „System klonen“. Dadurch wird Ihre Windows-Installation einschließlich aller erforderlichen Systemdateien auf das neue Laufwerk kopiert.
  3. Wählen Sie Ihr Ziellaufwerk (die kleinere SSD oder HDD).Stellen Sie sicher, dass es groß genug für Ihre aktuelle Windows-Installation ist – und denken Sie daran: Wenn es kleiner ist, müssen Sie Ihre vorhandenen Partitionen vorher verkleinern oder einige Dateien vorübergehend löschen.
  4. Bestätigen Sie Ihre Auswahl und starten Sie den Prozess. Je nach Datenmenge kann dies eine Weile dauern – bitte haben Sie Geduld.

Nach dem Einbau fahren Sie den Computer herunter, tauschen die alte Festplatte gegen die neue aus (oder ändern die Bootreihenfolge im BIOS) und starten Windows. Ihr gewohnter Desktop sollte nun von der neuen Festplatte geladen werden. Ist Ihre Festplatte kleiner und haben Sie die Partitionen nicht verkleinert, kann es zu Startproblemen kommen.Überprüfen Sie daher unbedingt vorher die Partitionsgrößen, um Probleme zu vermeiden.

Was passiert, wenn etwas schiefgeht?

Es kann immer mal etwas schiefgehen. Stromausfälle während des Klonens oder der Wiederherstellung eines Systemabbilds können Dateien beschädigen oder Ihr System unbrauchbar machen. Eine USV ist hilfreich – sie lohnt sich wirklich, wenn Sie mit der Festplatte arbeiten. Sollte etwas schiefgehen, keine Panik. Sie können Windows jederzeit komplett neu installieren, das ist aber zeitaufwändiger. Bei einer Neuinstallation werden Ihre Anwendungen gelöscht, Ihre Daten bleiben aber erhalten, wenn Sie sie vorher gesichert haben.

Letztendlich ist das Umziehen von Windows keine Raketenwissenschaft, erfordert aber etwas Sorgfalt und Geduld. Gehen Sie einfach Schritt für Schritt vor, überprüfen Sie Ihre Festplattengrößen und halten Sie Backups bereit. Hoffentlich erspart diese Anleitung dem einen oder anderen Ärger.

Zusammenfassung

  • Erstellen Sie ein Systemabbild, falls Ihre neue Festplatte groß genug ist.
  • Erstellen Sie zur Sicherheit eine Systemreparaturdiskette.
  • Verwenden Sie die Windows-Wiederherstellung, um das Image wiederherzustellen.
  • Bei kleineren Festplatten können Sie Tools von Drittanbietern wie AOMEI verwenden, um Windows zu klonen.
  • Vor Beginn der Arbeit sollten Sie stets die Festplattengröße prüfen und Ihre persönlichen Dateien sichern.

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich sagen: Wenn Sie diese Schritte sorgfältig befolgen, ist das Verschieben von Windows auf eine andere Festplatte gar nicht so schwierig, wie es sich anhört. Denken Sie nur daran, Ihre Backups bereitzuhalten und lassen Sie sich Zeit. Die größte Hürde besteht meist darin, sicherzustellen, dass die neue Festplatte vom BIOS erkannt wird. Sobald das erledigt ist, braucht es vor allem Geduld. Hoffentlich spart Ihnen diese Anleitung ein paar Stunden. Viel Erfolg!



War dieser Artikel hilfreich?