
Ein Spotlight auf Tim Roth beim LuxFilmFest 2023
Letzte Woche begeisterte der renommierte britische Schauspieler Tim Roth das Publikum während einer Meisterklasse beim 15. Luxembourg City Film Festival (LuxFilmFest).In seinem fesselnden Vortrag erinnerte er sich an seine Zusammenarbeit mit Kultfiguren wie Tupac Shakur, Quentin Tarantino und Werner Herzog und sprach über die intensive Vorbereitung auf seine anspruchsvolle Rolle als rassistischer Skinhead in seiner ersten Fernsehrolle.
Festival-Highlights und gefeierte Jury
Das diesjährige LuxFilmFest feierte sein Jubiläum mit einer hochkarätig besetzten Jury unter dem Vorsitz des iranischen Filmemachers Mohammad Rasoulof. Zu den Jurymitgliedern zählten die dänische Schauspielerin Trine Dyrholm, bekannt für ihre Rollen in „ Das Mädchen mit der Nadel“ und „Gift“, und die österreichische Schauspielerin Valerie Pachner aus „Phantastische Tierwesen: Die Geheimnisse von Dumbledore“. Ebenfalls dabei waren der in L. A.und Luxemburg ansässige VFX-Experte Jeff Desom, der spanische Regisseur Albert Serra und der gefeierte Drehbuchautor Paul Laverty. Das Festival bot außerdem eine Meisterklasse mit dem Oscar-prämierten Regisseur Alejandro Amenábar, die das Profil der Veranstaltung weiter steigerte.
Hinter den Kulissen mit Tim Roth
Neben seinen Festivalauftritten gab Roth dem Hollywood Reporter ein aufschlussreiches Interview, in dem er über seinen neuesten Film sprach, der auf dem Festival gezeigt werden soll, und den Verlauf seiner Karriere beleuchtete. Sein aktuelles Projekt „ Poison“ unter der Regie von Desirée Nosbusch erzählt die emotionale Wiedervereinigung eines entfremdeten Paares zehn Jahre nach dem tragischen Verlust ihres Sohnes. Roth, der 2022 einen persönlichen Verlust erlitt, erklärte, das Drehbuch habe ihn tief beeindruckt und die emotionale Erzählung des Films in ein zutiefst persönliches Projekt verwandelt.
Verbindung auf persönlicher Ebene
Normalerweise schaue ich mir selbst nicht in Filmen an. Aber ich werde mir „Poison“ ansehen, weil ich persönlich etwas durchgemacht habe. Ich möchte sehen, ob das, was wir gedreht haben, mit meinen Gefühlen als Zivilist und nicht als Schauspieler übereinstimmt.
Karrierereflexionen und Filmauswahl
Mit einem vielfältigen Portfolio, das von Indie-Projekten bis hin zu Blockbustern reicht, reflektierte Roth seine Karriereentscheidungen. In seiner Arbeit verfolgt er eine Philosophie des Chaos und der Unvorhersehbarkeit.„Ich mache immer einen Film, um einen anderen zu finanzieren. Viele der Projekte, die mir am Herzen liegen, haben keine Finanzierung und werden oft nicht realisiert“, sagte er.
Die Freuden und Herausforderungen des Filmemachens
„Manchmal macht es am meisten Spaß, die schlechten zu machen … Und so kann man eins machen und denken: ‚Oh mein Gott, das ist furchtbar‘, und die Leute lieben es.“
Kommende Projekte und Ziele
Roth enthüllte Pläne für seine zukünftigen Projekte, darunter eine Rolle als Henry Kissinger in der Politsatire „ Kissinger Takes Paris“.Obwohl der Fortgang dieses Projekts ungewiss ist, freut er sich auf die erneute Zusammenarbeit mit dem mexikanischen Filmemacher Michel Franco, der für seine früheren Filme „Chronic“ und „Sundown“ bekannt ist.
Er verfügt außerdem über ein überzeugendes Drehbuch zum Thema Glücksspielbranche, das er bald drehen möchte. Außerdem plant er eine neue Serie, die von Jeremy Thomas produziert wird, mit dem ihn eine wertvolle Zusammenarbeit verbindet.
Gedanken zu Politik und Filmemachen
Roths Bedenken hinsichtlich der aktuellen politischen Landschaft wurden deutlich, als er die möglichen Folgen von Donald Trumps zweiter Amtszeit diskutierte. Er reflektiert über die zunehmende Welle des Populismus und deren Auswirkungen auf die Kunst.„Ich denke, wir erleben gerade, wie Faschismus in Amerika in der Praxis aussieht“, bemerkte er und betonte seine persönliche Familiengeschichte, die seine Ansichten zu Politik und Gesellschaft prägt.
Vision für zukünftige Filmprojekte
Ich denke, es wird schwieriger werden, in Amerika Filme zu drehen, abgesehen von den unterhaltsamen Filmen. Sie werden sich auf die Kunst konzentrieren, was bedeutet, dass das Filmemachen in Europa und weltweit florieren könnte.
Während Roth die Komplexität seiner künstlerischen Ambitionen und gesellschaftlichen Einflüsse meistert, bleibt er dem wirkungsvollen Geschichtenerzählen verpflichtet und diskutiert Projekte, die im aktuellen globalen Kontext Anklang finden.
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