Wie man 2022 die besten Datenschutz-Erweiterungen für Chrome auswählt
Ja, Chromes integrierter Safe Browsing-Modus ist wie ein Pflaster auf einem gebrochenen Arm – besser als nichts, aber angesichts aggressiver Tracker und heimtückischer Datenschutzverletzungen immer noch unzureichend. Das Internet ist ein Dschungel aus datenschutzverletzenden Trackern, verdächtigen URLs und schädlichen Websites, die nur darauf warten, dass man einen Fehler macht. Wenn Ihnen Ihre Privatsphäre also wirklich wichtig ist, ist es sinnvoll, zusätzliche Schutzebenen einzubauen. Die unten aufgeführten Erweiterungen bilden quasi Ihre erste Verteidigungslinie und funktionieren auch mit anderen Chromium-basierten Browsern wie Edge, Opera und Brave – denn natürlich muss Chrome es einem unnötig schwer machen.
1. Datenschutzdachs
Dieses Tool der EFF (Electronic Frontier Foundation) ist ideal, um Tracker effektiv zu stoppen. Es blockiert im Hintergrund unsichtbare Skripte und Cookies, die Ihre Aktivitäten verfolgen. Außerdem aktiviert es Signale wie Global Privacy Control und Do Not Track – Maßnahmen, die Webseiten oft ignorieren, auf die Privacy Badger aber reagiert. Es deaktiviert das Vorladen von Links, eine heimtückische Methode, mit der Webseiten Seiten vorladen, die Sie möglicherweise besuchen, und verhindert, dass Google Ihre Suchgewohnheiten ausspioniert. Zusätzlich ersetzt es Social-Media-Widgets durch Platzhalter, die erst beim Anklicken geladen werden – mehr Privatsphäre, weniger Ablenkung.
Es befindet sich direkt neben der Adressleiste von Chrome und zeigt die Anzahl der Tracker in Echtzeit an – es ist fast schon befriedigend zu sehen, wie der ganze Schrott blockiert wird. Ein Klick auf das Symbol liefert weitere Informationen und ermöglicht die Anpassung der Einstellungen. Sie können vertrauenswürdige Websites auf die Whitelist setzen, bestimmte Tracker blockieren oder Ihre Präferenzen sogar als JSON-Datei exportieren, um sie später wiederzuverwenden. Es handelt sich zwar nicht um einen vollwertigen Werbeblocker, aber Sie werden feststellen, dass Ihnen weniger Werbung angezeigt wird, die häufig mit Trackern verknüpft ist. Sollte eine Website nach der Aktivierung Probleme bereiten, kann das Hinzufügen von Trackern zur Whitelist oder deren Deaktivierung das Problem beheben.
2. ClearURLs
Diese Erweiterung ist einfach, aber effektiv: Sie entfernt Tracking-Elemente aus URLs, sodass Websites nicht mehr nachverfolgen können, welche Links Sie anklicken. Einmal eingerichtet, läuft sie unauffällig im Hintergrund. Sie können die bereinigten URLs aber auch manuell über das Kontextmenü kopieren. Ideal, wenn Sie Links teilen möchten, ohne Ihre Tracking-Parameter preiszugeben. Zur Anpassung öffnen Sie das ClearURLs -Menü, klicken auf das Einstellungssymbol und können Optionen wie das Zulassen von Referral-Trackern oder das Deaktivieren der Hyperlink-Überwachung (die manche Websites zur Überwachung des Klickverhaltens nutzen) anpassen. Manchmal werden verlinkte URLs extrem lang oder sehen unübersichtlich aus – auch das behebt diese Erweiterung.
3. PixelBlock
Wenn du Chrome für Gmail nutzt, ist dieses Tool ein echter Lebensretter. Es blockiert die heimtückischen kleinen Bilder, sogenannte Tracking-Pixel, die Absendern verraten, wann du eine E-Mail öffnest. Quasi Lesebestätigungen für E-Mail-Stalker. Nach der Installation zeigt PixelBlock ein Augensymbol neben E-Mails mit Tracking-Pixeln an und blockiert diese automatisch. Ich bin mir nicht sicher, wie effektiv es langfristig ist, aber bei mir funktioniert es ziemlich zuverlässig – keine versehentlichen Newsletter-Öffnungen mehr, die meine Daten preisgeben.
4. DuckDuckGo Datenschutz-Grundlagen
Wenn Sie genug von lästigen Datentrackern haben und einfach nur ein übersichtlicheres Surferlebnis wünschen, ist diese Erweiterung eine gute Wahl. Sie ersetzt Google durch DuckDuckGo als Standardsuchmaschine (was mich ehrlich gesagt etwas beunruhigt, aber der Fokus liegt auf Datenschutz).Außerdem bewertet sie Webseiten anhand ihres Tracking-Verhaltens – von A bis F – und blockiert viele Tracker automatisch. Der Nachteil: DuckDuckGo wird standardmäßig als Suchmaschine festgelegt, was Ihre Gewohnheiten durcheinanderbringen kann, wenn Sie auf Google-Suchergebnisse angewiesen sind. Positiv ist jedoch, dass die Erweiterung ideal für alle ist, die unkompliziert und mit mehr Privatsphäre surfen möchten.
5. HTTPS überall
Dies ist eine äußerst nützliche Erweiterung der EFF. Sie erzwingt das Laden von Websites über HTTPS – also verschlüsselte Kommunikation – und schützt so Ihre Daten vor neugierigen Blicken, insbesondere auf ungesicherten Websites, die HTTPS noch nicht unterstützen. Manchmal landet man auf einer Website, die Inhalte noch ungesichert bereitstellt; diese Erweiterung behebt das Problem automatisch. So surfen Sie sicherer, vor allem in unbekannten Netzwerken oder auf älteren Websites.
6. Superagent
Diese Erweiterung spart Zeit. Sie merkt sich Ihre Cookie-Einstellungen und wendet sie automatisch bei jedem Website-Besuch an. Dazu gehört das Ablehnen oder Akzeptieren bestimmter Cookies – wie Werbe-Cookies oder die üblichen Funktions-Cookies – sodass Sie nicht bei jedem Besuch erneut klicken müssen. Die Einrichtung ist kinderleicht: Öffnen Sie einfach das Erweiterungsmenü, gehen Sie zu Einstellungen > Cookie-Einstellungen und wählen Sie aus, was Sie zulassen oder blockieren möchten. Aus irgendeinem Grund hat es die ersten Male einen Moment gedauert, bis die Einstellungen übernommen wurden, danach lief alles reibungslos.
7. Unshorten.link
Kurz-URLs sind lästig, weil man nie weiß, wohin sie führen. Unshorten.link lädt diese Links auf einer separaten Seite und vergibt eine Sicherheitsbewertung – quasi ein Link-Scan. Praktisch, wenn man vorsichtig ist, auf verdächtige Links zu klicken, besonders in sozialen Medien oder dubiosen E-Mails. Alternativen wie Unshorten. It! funktionieren genauso: Sie scannen Links und warnen vor dem Anklicken. Vorsicht ist besser als Nachsicht, vor allem, wenn man aus Neugier oder Verzweiflung manchmal auf Links klickt.
8. Click&Clean
Wenn Sie beim Gedanken daran, sich durch die Chrome-Einstellungen zu wühlen, um Cache, Cookies und Verlauf zu löschen, am liebsten unter dem Schreibtisch verkriechen möchten, ist diese Erweiterung ein wahrer Segen. Ein Klick genügt, um all Ihre Browserdaten auf einmal zu löschen. Sie können außerdem praktische Tastenkombinationen für Inkognito-Fenster einrichten, Daten per Befehl löschen oder einen schnellen Datenschutz-Scan durchführen. Es ist quasi eine Kontrollzentrale für Ihre Privatsphäre – anfangs ist etwas Konfiguration nötig, aber einmal eingerichtet, erleichtert es die Datenbereinigung ungemein.
9. Panikknopf
Das ist quasi Ihr Notausgang. Heften Sie ihn neben die Adressleiste von Chrome, und Sie können alle geöffneten Tabs mit einem Klick schließen – perfekt, wenn unerwartet jemand vorbeikommt oder Sie etwas Privates erledigen. Sie können sogar eine „sichere Seite“ festlegen, die nach dem Schließen aller Tabs angezeigt wird, nur für den Fall. Im Optionsmenü können Sie Tastenkombinationen anpassen oder Tabs später automatisch wiederherstellen lassen. Aber ehrlich gesagt ist es schon beruhigend zu wissen, dass man mit einem Klick schnell aufräumen kann, wenn Datenschutz wichtig ist.
10. Avast Online-Sicherheit & Datenschutz
Diese Erweiterung kombiniert Tracker-Blockierung mit Website-Sicherheitsprüfungen. Sie scannt Suchergebnisse, um die Vertrauenswürdigkeit einer Website zu ermitteln – ideal, um schädliche oder betrügerische Domains zu vermeiden. Außerdem blockiert sie Werbung und Social-Media-Widgets, um das Surfen zu beschleunigen und Datenlecks zu verhindern. Man kann sie sich wie ein Schweizer Taschenmesser für Datenschutz und Sicherheit beim Surfen vorstellen. Bei manchen Konfigurationen ist die Echtzeit-Ergebnisprüfung ein echter Gamechanger, insbesondere wenn man es eilig hat und nicht versehentlich auf fragwürdigen Websites landen möchte.
Sie können immer noch mehr tun
Diese Erweiterungen sind nur der Anfang. Für noch mehr Privatsphäre empfiehlt sich ein separater Werbeblocker wie uBlock Origin. Oder nutzen Sie einen Passwortmanager wie LastPass, Dashlane oder 1Password – denn Ihre Passwörter sollten nicht an einem Ort gespeichert sein, an den Sie sich nicht erinnern können. Und vergessen Sie nicht ein VPN, wenn Sie Ihre IP-Adresse wirklich verbergen wollen. Kurz gesagt: Durch die Kombination dieser Tools wird das Surfen mit Chrome für Tracker, Betrüger und neugierige Blicke deutlich erschwert.
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