Wie Sie die besten Ethernet-Kabelsplitter für Ihr Netzwerk auswählen
Ethernet-Kabelsplitter klingen in der Theorie praktisch: Sie teilen ein Kabel in zwei auf, sodass man mehr Geräte anschließen kann, ohne zusätzliche Ports am Router zu belegen. In der Praxis können sie jedoch etwas knifflig und in ihren Möglichkeiten begrenzt sein. Wer schon einmal versucht hat, mehrere Geräte über ein einziges Kabel zu betreiben, hat wahrscheinlich bemerkt, dass die Geschwindigkeit drastisch sinkt oder die Verbindung einfach nicht richtig funktioniert. Wenn man aber wenig Ports zur Verfügung hat und eine schnelle Lösung braucht, kann es viel Ärger ersparen, zu verstehen, wie diese Splitter funktionieren und welche Alternativen es gibt.
Diese Splitter funktionieren im Prinzip, weil Ethernet-Standards wie 10/100 Mbit/s nicht alle Adern in herkömmlichen CAT5E- oder CAT6-Kabeln nutzen. Sie teilen die Adern im Kabel in separate Kanäle auf, sodass zwei Verbindungen über ein einziges Kabel möglich sind. Der Haken? Bei den meisten günstigen Splittern erhält man maximal etwa 100 Mbit/s pro Gerät. Das ist in Ordnung, wenn Ihre Internetverbindung maximal 100 Mbit/s unterstützt und Sie mit Geschwindigkeitsdrosselungen bei mehreren Geräten leben können. Wenn Sie jedoch Gigabit-Geschwindigkeiten benötigen oder viel streamen müssen, reichen diese Splitter nicht aus – die 1-Gbit/s-Verbindung wird in zwei 100-Mbit/s-Kanäle aufgeteilt, was einen erheblichen Flaschenhals darstellt.
Noch etwas: Normalerweise benötigen Sie an beiden Enden des Kabels einen Splitter. Dadurch werden keine Ports an Ihrem Router frei, da technisch gesehen immer noch zwei Ports belegt sind. Außerdem ist es bei manchen Konfigurationen etwas umständlich, alles korrekt zu verkabeln, ohne dass Verbindungsprobleme auftreten. In der Praxis funktioniert das bei manchen Rechnern nach einem Neustart manchmal, danach aber nicht mehr. Denn natürlich muss Windows es unnötig kompliziert machen.
Wie man die Einschränkungen von Ethernet-Splittern umgeht
Methode 1: Verwenden Sie stattdessen einen Netzwerk-Switch
- Warum es hilft: Es ist wie eine Mehrfachsteckdose für Ethernet. Anstatt ein Kabel in zwei aufzuteilen, ermöglicht ein Switch das direkte Anschließen mehrerer Geräte an einen Port Ihres Routers – und zwar zuverlässig. Das bedeutet keine Geschwindigkeitseinbußen oder komplizierte Verkabelung.
- Wann das zutrifft: Wenn Sie versuchen, viele Geräte an einem Ort zu verbinden oder stabile Gigabit-Geschwindigkeitsverbindungen benötigen – denn mit billigen Splittern können Sie einfach nicht das erreichen, was Sie brauchen.
- Was Sie erwarten können: Ein guter, unmanaged Switch (wie der TP-Link TL-SG105 ) bietet Ihnen mehrere Ethernet-Anschlüsse ohne großen Einrichtungsaufwand. Er ist sofort einsatzbereit und funktioniert zuverlässig, anders als Splitterkabel.
- Praxistipp: Bei manchen Konfigurationen kann ein kurzer Neustart oder eine erneute Verbindung erforderlich sein, aber im Allgemeinen sind Switches bei starker Beanspruchung wesentlich stabiler.
Methode 2: Powerline-Ethernet-Adapter in Betracht ziehen
- Warum es hilfreich ist: Wenn Sie das Verlegen neuer Kabel oder das Aufreißen von Trockenbauwänden vermeiden möchten, nutzen Powerline-Adapter die vorhandene Stromleitung Ihres Hauses, um Ethernet-Signale zu übertragen. Sie ermöglichen ordentliche Geschwindigkeiten (bei guter Verkabelung bis zu 600 Mbit/s) und werden einfach in Steckdosen gesteckt.
- Anwendungsfall: Gut geeignet für Haushalte, in denen bereits Steckdosen vorhanden sind, bei denen ein zuverlässiger Ethernet-Anschluss benötigt wird, man aber die Verkabelung nicht verändern möchte.
- Was Sie erwarten können: Normalerweise stecken Sie den Adapter in eine Steckdose in der Nähe Ihres Routers und einen weiteren an die Stelle, an der Sie eine Kabelverbindung benötigen. Manche Adapter verfügen auch über mehrere Ethernet-Anschlüsse oder fungieren als Access Points. Die Leistung hängt jedoch stark von der Qualität Ihrer Verkabelung ab.
- Anmerkung am Rande: Ich habe schon Setups gesehen, bei denen Powerline super funktioniert, und dann wieder andere, bei denen die Geschwindigkeiten eher mittelmäßig sind – es ist ein Glücksspiel, das von der Hausverkabelung abhängt.
Methode 3: Drahtlose Zugangspunkte oder Repeater einrichten
- Warum das hilft: Anstatt Kabel zu verlegen, können Sie Ihr Netzwerk drahtlos erweitern und so neue WLAN-Zonen einrichten. Wenn Sie einen älteren Router haben, schalten Sie ihn einfach in den Access-Point-Modus und verbinden Sie ihn per Ethernet mit Ihrem Hauptrouter.
- Wann es zutrifft: Ideal, wenn Ihre Verkabelung nicht ausreicht oder Sie einfach mehrere Geräte drahtlos verbinden möchten, ohne Geschwindigkeitseinbußen.
- Was Sie erwarten können: Bessere Abdeckung, Anschluss mehrerer Geräte und in der Regel ähnliche oder sogar höhere Geschwindigkeiten als bei einfachen Splittern. Zudem verfügen viele Access Points oder Router über mehrere Ethernet-Anschlüsse, was kabelgebundene Verbindungen vereinfacht.
- Tipp: Verwechseln Sie WLAN-Repeater nicht mit Access Points – sie sind nicht dasselbe. Access Points sind die richtige Wahl, wenn Sie Gigabit-Geschwindigkeiten über größere Entfernungen maximieren möchten.
Zusammenfassung
- Ethernet-Splitter sind zwar supergünstig, aber nicht die beste Wahl für Gigabit-Anwendungen oder den Betrieb mehrerer Geräte.
- In den meisten praktischen Anwendungsfällen ist der Einsatz eines Netzwerk-Switches oder von Powerline-Adaptern Splittern überlegen.
- Drahtlose Zugangspunkte können die Einschränkungen der Verkabelung beheben, ohne die Geschwindigkeit zu beeinträchtigen.
In den meisten Fällen, in denen stabile Geschwindigkeit, mehrere Geräte oder Gigabit-Verbindungen wichtig sind, ist es ratsam, Ethernet-Splitter komplett zu vermeiden. Bei wenigen Ports ist ein Switch oder Powerline-Adapter deutlich besser geeignet. Zusammen mit einem guten WLAN-Access-Point lassen sich so sowohl kabelgebundene als auch drahtlose Verbindungen problemlos abdecken.
Hoffentlich hilft das jemandem, stundenlanges Herumprobieren mit Verteilern zu vermeiden, die nicht wie versprochen funktionieren. Hoffentlich spart es jemandem ein paar Stunden.
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